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Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
18-10-2015, 01:22
Beitrag: #1
Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
Hier ist ein Auszug aus einem anderen Thema, in dem der Themenersteller ein Budget von rund EUR 350,- vorgab und dafür nahezu umgehend einigen Gegenwind erntete.

Unser Mitglied "ruunnerr" hat eine (gerade von den Profi-Errichtern) oft nicht bedachte Alternative benannt:
(11-10-2015 19:47)ruunnerr schrieb:  Bei dem Budget lohnt es sich wahrscheinlich mehr du schaust nach was gebrauchtem. Das gibts bei ebay auch. Wink
Manche Alarmanlagen benötigen allerdings spezielle Software oder Programmierkabel.
Klar gibt es bei ebay & Co. auch Risiken (gerade bei Privatverkäufen), aber das Risiko kann sich durchaus lohnen!

Und unser Mitglied "keinbruch" hat das Ganze sehr schön gelöst und folgenden Text dazu verfasst:

(13-10-2015 12:45)keinbruch schrieb:  Wenn Du Dein Budget nicht in den Sand setzen möchtest, empfehle ich Dir folgendes. Zunächst solltes Du Dir mal -sofern nicht bereits geschehen- Gedanken machen, was genau Deine Zielsetzung ist und was genau die gewünschte EMA leisten soll. Man erlebt es immer wieder, dass in einer Nachbarschaft oder im Freundeskreis ein Einbruch verübt wurde und dann alle Nachbarn/Freunde losrennen und denken: "Ich brauche eine Alarmanlage um mich zu schützen". Oft wird dabei aber vergessen darüber nachzudenken, wieviel Sicherheit ein solches Produkt wirklich bringt. Eine Alarmanlage oder vielmehr eine Einbruchmeldeanlage wird, wenn man das richtige Produkt wählt und die Projektierung stimmt einen Einbruch melden, mehr nicht.

Eine häufige Zielsetzung sieht aus Erfahrung so aus: "Ich möchte nicht nachts von Einbrechern in den eigenen vier Wänden überrascht werden." oder "Ich möchte keine Fremden im Haus haben, die meine Sachen durchwühlen" und "Ich möchte nicht, dass Wertgegenstände und Gegenstände mit hohem ideellen Wert gestohlen werden".

In den meisten Fällen, soll also der Einbruch verhindert werden. Hierzu kann eine EMA beitragen, aber es in keinem Fall alleine sicherstellen.

Optimalen, wenn auch nie 100%igen, Schutz bietet nur ein Komplettkonzept aus persönlichem Verhalten, baulichen und mechanischen Sicherungen und einer elektronischen Absicherung mit entsprechender Intervention im Ernstfall. Ein solches Konzept erfordert einiges an Erfahrung und Wissen. In eine solche Projektierung müssen auch die Faktoren, wie Makro- /Mikrolage des Objektes, Gefährdungsanalyse etc. berücksichtigt werden. Das kann man sicher selbst machen in dem man sich von der Kripo kostenlos beraten lässt und sein Objekt und Verhalten aus den Augen eines Einbrechers mal unter die Lupe nimmt, aber ein Risiko bleibt halt.

Beispiele für sinnvollen Einsatz einer EMA:
Wertvolle Uhrensammlung soll geschützt werden. Also Wertschutzschrank mit entsprechender Widerstandsklasse, fest verankert an verdeckter Stelle und Standort und Vorhandensein nicht und mit niemandem kommuniziert. Dann EMA mit Außenhautsicherung und Fallenüberwachung sowie Aufschaltung auf einen Sicherheitsdienst mit Intervention. Sofern die Interventionszeit geringer ist, als die benötigte Zeit den Tresor zu knacken -> Keine Chance für den Dieb.

Bedenkliches Beispiel:
Leib, Leben, Privatsphäre sowie alle Wertsachen im Haus sollen geschützt werden. EMA mit Fallenüberwachung. Nachts nicht aktiv. Fensterborer kommt oder es wird gehebelt, morgens großes Hallo, weil nichts bemerkt.

Gerade kam mal wieder ein Bericht über Einbrüche im Fernsehen. da wurde von einer Frau berichtet, bei der ein Tageswohnungseinbruch auch schweren psychischen Schaden anrichtete. Die Frau hatte zur Absicherung Videokameras installiert. Jetzt kann sie sich immer wieder den Einbruch in Farbe ansehen, aber der Schaden bleibt. Hätte sie das Geld stattdessen in eine zusätzliche Sicherung der Terrassentüre investiert, wäre es wohl beim Versuch geblieben und der größte Schaden abgewendet worden.

Also bitte mal Gedanken machen, was soll die Anlage melden und wohin. Wichtig ist auch, was soll dann passieren. Ist damit das Schutzziel erreicht?

Noch etwas zur Alarmierung aufs eigene Handy und Aussensirene (wenn auch schon oft hier durchgekaut):
Es wird immer wieder angenommen, dass das losheulen der Aussensirene reicht um das Schutzziel zu erreichen. Die wenigsten Menschen reagieren noch auf sowas. Dass Passanten oder Nachbarn de Polizei informieren kann, muss aber nicht sein. Selbst eingreifen werden (glücklicherweise) die wenigsten. Einen Täter kann (muss aber nicht) das Geheule von der Tatausführung abhalten. Aber auch das ist nicht sicher und hängt von vielen Umständen ab. Organisierte Banden oder Profis lassen sich hiervon oft nur begrenzt abschrecken. Aktuell werden in normalen Privatobjekten die Einbrüche meist abgebrochen aber im Gewerbebereich gibt´s immer häufiger Blitzeinbrüche (Elektronikmärkte, Tankstellen, Verbrauchermärkte) wo auf den Alarm geschissen wird. Auch im Privatbereich wird es sich auf Grund neuer Tätergruppen sicher in diese Richtung entwickeln. Gerade jetzt haben Sie wieder ein paar hochwertige Autos trotz heulender Sirene aus der Garage eines Einfamilienhauses geholt. Wachdienst kam dann später und konnte nur noch den Einbruch an die Polizei melden. Die Täter waren schon längst weg. We hier immer wieder empfohlen sollte es drinnen richtig Lärm geben, draußen nicht unbedingt. Hinzu kommt, dass man anhand der Aussensirene häufig schon erkennen kann, was drinnen hängt. Wenn ich so ein lustiges Ding von der auch häufig hier angefragten Ol...ia Anlage sehe, dann würde es mich schon reizen, da einfach mal auszuprobieren, was passiert, wenn man sich mal da ungebeten drinnen umsieht.

Also meine Empfehlung: Drinnen Krach und draußen mit ner Markensirene ohne Funktion zeigen, dass da was verbaut ist. Der Täter an der Terassentüre der von innen angeschrien wird, kann eh nicht feststellen,ob die Sirene vorne heult. Ob ein Einbruch beim Aufheulen des Alarms sofort beendet wird hängt neben der Tätergruppe auch von vielen Faktoren ab. Geht der Alarm los, bevor der Täter die mechanischen Sicherungen überwunden hat, ist die Wahrscheinlichkeit eines Abbruch am höchsten. Ist das Fenster aber schon auf oder er steht schon drinnen und es liegen Handy, Tablet, Schmuck, Brieftasche etc. offen sichtbar rum, dann wir er die wenigen Sekunden nutzen, diese Dinge einzustecken. Auch spielt es eine Rolle, ob dichte Wohnbebauung oder Alleinlage, ob freier Fluchtweg...

Alarm aufs eigene Handy: Bist Du IMMER erreichbar oder hast Du Funklöcher, Meetings, Kinobesuche, Flugreisen...? Und wenn ja, was genau machst Du, wenn Du ne Meldung bekommst? Eine ganz banale Frage auf die die Meisten aber keine Antwort wissen. Meist kommt da: "Vielleicht die Polizei anrufen" oder "mal beim Nachbarn fragen, oder der nachschaut". Beides sicher keine so gute Idee. Zumindest in NRW ist der Leitstelle freigestellt, ob sie auf die Meldung einer aktivierten Alarmanlage reagiert. In Köln kommen im Jahr über 3500 Einsätze auf Grund von Falschalarmen zusammen. Da haben die keinen Bock drauf. Ausserdem musst Du einen Falschalarmeinsatz bezahlen. Spätestens beim zweiten Falschalarmeinsatz haste mehr für die Polizei als für Deine Anlage ausgegeben. Und den Nachbarn fragen würde ich nur, wenn man ihn wirklich gar nicht leiden kann. Was, wenn es doch ein Realfall ist, dann steht der auf einmal einem oder mehreren Straftätern gegenüber?!

Ich möchte nur verhindern, dass Du dir jetzt eine EMA installierst und irgendwann der Tag kommt, wo sie ihre Aufgabe erfüllen muss und Du dich dann ärgerst, weil Du die Nachricht erst ne Stunde später bekommen hast, dann nach Hause fährst und da in einer durchwühlten Wohnung stehst und Dir denkst: Jetzt hat die EMA garnichts gebracht. Das Unsicherheitsgefühl ist wieder da, die Wertsachen fehlen.

Wenn du die Frage, ob Dich eine EMA in der aktuellen Situation an Dein Ziel bringen kann mit Ja beantwortest, dann und nur dann macht es Sinn über eine mögliche Lösung nachzudenken. Andernfalls spare Dir das Geld.

Bei der Auswahl der EMA ist neben der speziellen und individuellen Funktionen in erster Linie die Zuverlässigkeit besonders wichtig. Wie beschrieben kosten Falschalarmeinsätze der Polizei richtig Geld, die Nachbarn sind irgendwann voll genervt und Du selbst vertraust der Anlage nicht mehr und reagierst nicht mehr auf Alarmmeldungen oder schaltest sie ab. Auch dann hast Du viel Geld verloren.

Zunächst solltes Du mal hier im Forum schauen, über welche Anlagen so gesprochen wird. Diese kannste Dir dann mal genauer ansehen und schauen, was zu Dir passt. Im unteren Preissegment werden hier die Anlagen von Jablotron (auch Indexa oder Monacor) Oasis , die Abus Secvest, die Lupusec XT1 oder besser XT2 als akzeptabel angesehen (Alles Funkalarmanlagen, aber zum Teil auch als Hybrid zu nutzen). Es gibt da auch noch ein paar "Exoten" von denen man hört, dass sie funktionieren sollen. Zum Beispiel bietet ElectronicsLine die IConnect 2way an, die aber nicht so einfach zu bekommen ist, dann gibts von der gleichen Firma noch die bereits oben erwähnte Commpact, die ebenfalls von Monacor vertrieben wird. Im verkabelten Bereich wäre vielleicht wirklich eine Terxon was für Dich.

Bei der Ausführung der Anlage solltest Du aber eine komplette Überwachung umsetzen. Halbe Sachen bringen Dich nicht weiter. Für mich würde das mindestens bedeuten: Alle Fenster und Türen mit Öffnungsmeldern (und optimaler Weise auch Glasbruchmeldern) auch im OG und je nach Objekt ein oder mehrere Bewegungsmelder. Solltest Du dich doch entgegen der zahlreichen Empfehlungen in diesem Forum für eine reine Handyaufschaltung entscheiden, so wäre es sicher sinnvoll eine oder mehrere Kameras einzusetzen um einen Alarm zu verifizieren. Wenn Du der Polizeileitstelle sagen kannst "ich kann zwei Personen in meiner Wohnung sehen, die dort Schubladen durchwühlen", dann werden die tätig und je nach Kapazität ist dann so einiges im Anrollen. Der Einbruch ist auch hiermit nicht verhindert, aber evtl. kann die Tatausführung zumindest beendet werden oder das Diebesgut zurückgeholt werden.

Insgesamt wird es mit dem von Dir erwähnten Budget aber nicht möglich sein, was gescheites auf die Beine zu stellen. Aber lass die Finger von einer Anlage, die zwangsläufig in der Nähe der Türe installiert werden muss, weil kein abgesetztes Bedienteil, die zudem über eine mit Klinkenstecker verbundene Sirene verfügt, einen Ausschalter auf der Rückseite hat und die neu im Komplettset bei Alibaba für 70€ zu bekommen ist.

Wenn du alles selbst erledigen möchtest, mache Dir bitte auch die Risiken klar und frage Dich, ob du sie eingehen willst. Wenn ja, ist es ok, weil Du Dich aktiv dafür entschieden hast und Du Dich im Ernstfall nicht ärgerst, wenn was nicht klappt.

Du musst Dir nur im Klaren ein:
- ein falscher Haken oder Fehler in der Konfiguration kann dazu führen, dass ein Einbruch nicht gemeldet wird
- falsch installierte Sensoren, können das Falschalarmrisiko enorm erhöhen (Erinnere mich an einen Bericht hier im Forum, wo ein Bewegungsmelder im Wintergarten eine ganze Reihe von Alarmen auslöste und die Nachbarschaft in Aufruhr versetzte)
- Ein Denkfehler in Projektierungsphase kann zu einer falschen Auswahl der Anlage führen, was man erst merkt, wenn man sie in Betrieb nehmen oder erweitern möchte (Anzahl Bereiche oder Zonen, Möglichkeiten der Ansteuerung der Signalgeber, Alarmreaktionen, fehlende Bedienoptionen...)

Eigentlich ist es absolut sinnvoll eine Anlage verdrahtet auszuführen. Allerdings mit unzureichender Erfahrung in diesem Bereich wäre es vielleicht besser, auf eine der oben genannten funklastigen Anlagen zurückzugreifen, da diese für den Consumer Markt gedacht und damit etwas leichter umzusetzen sind. Zumindest bei der Jablotron und ich meine auch bei der Commpact lassen sich einzelne Drahtzonen umsetzen. Die Batterielaufzeiten der genannten Anlagen sind soweit sicher ok.

Aber auf jeden Fall die Zeit nehmen, alle Szenarien mal theoretisch durchzuspielen und genau schauen, was, wann und wie es passieren soll im Falle der Fälle und dann schauen, ob und welche Lösung dich da hinbringt. Wenn man aktiv Autorennen fahren will und nur 7000€ hat, dann macht es auch keinen Sinn einen Dacia zu kaufen. Dann lässt man es einfach und spart sich die Fehlinvestition.

Etwas mehr als 350€ werdens aber werden. Auch beim preisgünstigsten Modell und Selbstinstallation. Aber ne Jablotron Oasis im GSM Set mit einem Bewegungsmelder, einem Funköffnungsmelder und einem Drahtöffnungsmelder, einer Funksirene für drinnen, dazu evtl. noch ne Drahtsirene für drinnen und einen Signalgeber-Dummy von Abus für draussen müsste für ca. 800€ im Internet zu schießen sein. Die Commpact/Secuself würde mit 2 Öffnungsmeldern, 1 Bewegungsmelder und einem Funkbedienteil bei nur unter 500€ liegen! Für ne zusätzliche IP-Cam verlangen die 169€ und eine Funkaussensirene (evtl für drinnen) liegt bei ca. 150€! Vielleicht kann ja jemand aus dem Forum mal sagen, ob die was taugt.
Viel Erfolg bei Deinem Vorhaben.

Vielen Dank für diese Ansätze, die sich jeder Neuling (nicht nur die mit knappem Budget) hier im Forum durchlesen und beherzigen sollte (auch einige der anwesenden Errichter könnten aus dem Stil noch etwas lernen Wink)

Viele Grüße
Olli
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18-10-2015, 11:25
Beitrag: #2
RE: Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
Extrem guter Text von keinbruch! Ist wirklich die beste Erwiderung auf viele der Anfragen hier, ob man sich Oxyia oder eine ähnliche Einbruchmeldeanlage im Komplettset für ein paar Euro kaufen soll.

- Erst mag man sich, dann lernt man sich kennen! -
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18-10-2015, 12:17
Beitrag: #3
RE: Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
(18-10-2015 11:25)Alarmservice-Hamburg schrieb:  ... Ist wirklich die beste Erwiderung auf viele der Anfragen hier, ...

Finde ich auch ... was mir aber wirklich fehlt, ist die Frage nach dem WARUM?

Warum habe ich "nur" 350 Euro Budget für die Sicherheit?

Die meisten der Fragesteller sind ganz sicher in der Lage, für Smartphone, Urlaub oder Flachbild TV ein Vielfaches dieses Betrages zu investieren - und das in immer wiederkehrenden Abständen.

Sollte es also nicht besser heissen: warum will ich nur 350 Euro dafür ausgeben?

Es ist absolut verständlich, dass nach einem Einruch sofort der Wunsch nach der Wiederherstellung des häuslichen Sicherheitsgefühls auftaucht - und das führt dann oft dazu, dass bestimmte Fakten verdrängt und simple Grundlagen ignoriert werden - was zählt, ist lediglich ein schneller Abschluss des leidigen Themas ... und genau das ist der Grund, warum es diese Art "Sicherheitstechnik" (ich setze das ganz bewusst in Anführungszeichen) überhaupt gibt.

Eines der Hauptprobleme ist also, dass die meisten erst anfangen darüber nachzudenken, wenn es zu spät ist ... und dann völlig überhastet die Frage stellen: wieviel kann ich innerhalb der nächsten 14 Tage mal eben "nebenbei" locker machen ... und dann ist es absolut verständlich, dass dabei eben nur Budgets von 350 ... 500 Euro rauskommen.

Zum Vergleich: die "Vorbereitung" eines popeligen Jahresurlaubs dauert in der Regel 6 Monate (jedes Jahr!) ... die Planung eines Autokaufs normalerweise 2 - 3 Monate (alle 5 - 10 Jahre) und selbst für einen Fotoapparat, Tablet PC oder ein Smartphone lesen die meisten Menschen wochenlang irgendwelche "Testberichte". Aber wenn es um ihre eigene Sicherheit geht, dann wird all' das in einer Kurzschlussreaktion über Bord geworfen und ein "Ding", das die nächsten 10 - 20 Jahre zuverlässig seinen Dienst tun soll, quasi über Nacht angeschafft.

Das ist der Grund für derartige Budgets.

Schaut Euch doch hier im Forum um, wenn der Beitrag etwa so anfängt: "Wir bauen ein Haus / sanieren ein Haus / haben ein Haus gekauft ..." usw. dann planen die Fragesteller vorher und haben in der Regel lediglich technische Fragen, dabei aber oft bereits ein seriöses Produkt und ein realistisches Budget im Auge.
Fängt ein Beitrag aber so an: "Bei mir / meinen Eltern / meinem Nachbarn / in unserer Strasse / in unserem Ort ... ist gerade eingebrochen worden / wird zur Zeit verstärkt eingebrochen ..." dann ist die Kacke am dampfen, es muss schnell gehen und dann kommen meist völlig unrealistische Wünsche oder überzogene Anforderungen, gepaart mit einem viel zu geringem (da nur kurzfristig zu mobilisierenden) Budget.

Ich denke, auch darüber sollten wir die Fragesteller aufklären (dürfen).
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18-10-2015, 13:58
Beitrag: #4
RE: Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
Also meine Herren eure Hilfe in Ehren. Nur darf man sich in seiner unendlichen Nächstenliebe nicht mit dem Problem der Finanzierung mitreißen lassen und dadurch jemanden zu etwas ermutigen was auch nur irgendwie ein Risiko in sich birgt das dem Fragesteller gleich welcher Richtung Schaden bringen könnte.
Kurz und knapp: Man hat Verantwortung hier jemanden zu antworten.

DIY bedeutet für mich den Kauf einer Anlage eines Namhaften Herstellers der hier in diesem Forum aufgelistet ist und der Rest wird selber erledigt. Alles andere das hier nicht zu finden ist kommt aus der try and error Ecke mit kann sein, muss aber nicht.

Wenn es nicht möglich ist sein Budget entsprechend anzupassen dann befinden wir uns in genau dieser Bastelecke. Hat aber nicht mal ansatzweise mehr was mit Sicherheit und diesem Fachforum zu tun. Also ab zu Arduino, Raspberry oder so penetrant es auch klingt, einen Kübel Rattenfallen kaufen. Ohne Nix geht eben nix.
Eine Alarmanlage gehört heute einfach zum Wohnbereich wie eine Heizung. Daher muss man sich auch hier abgewöhnen sich zu tode zu knausern.

Was ich ebenso für gewagt halte ist jemanden der keinen Plan von Technik hat dazu ermutigen bei EBay einen Schuss auf gebrauchtes abzugeben. Die Kutsche kommt nämlich retour wenn das Superbilligteil dann letztendlich nicht anzuwerfen ist. Weil entweder Teildefekt oder kein Kennmichaus und im schlimmsten Fall beides vorhanden ist.
Daher muss man sich schon gut überlegen was man so rüber bringt. Sein Beratungsopfer hat nämlich dafür gutgläubig Geld ausgegeben.
Daher:
Wer keine elektrotechnischen Grundkenntnisse hat sollte generell auf die Funkebene ausweichen. Da bleibt dann bloß noch Anschrauben sowie Konfigurieren als letzte Hürde und da werden schon genug Fehler gemacht. Aber bitte Finger weg von Kabeln und deren Verdrahtung. Da wird außer Kurzschluss und Platienentod nix anderes herauskommen.
Und wer auch keine "technischen Grundkenntnisse" hat dem bleibt wohl nur, wenns wirklich funktionieren soll, der Gang zum Fachbetrieb. Cool
Alarmanlagen zu installieren ist nicht umsonst einer eigenen Berufsgruppe zugeordnet worden. Den der Gesetztgeber ist nach wie vor der Meinung jemanden unbedarften verantwortungsbewußt Schutz zu bieten bedeutet mehr als nur Teile anzuschrauben, sondern hierfür ist auch zusätzlich noch krimineller Sachverstand notwendig, der schon beim Montageort der Zentrale gefordert ist, und dafür entsprechend geschult werden muß. Nicht umsonst endet so etwas, für ein entsprechendes Grundniveau in diesem Fachbereich , mit einer Prüfung.
Wer daher versucht sich seine Alarmanlage selbst funktionierend zu installieren sollte sich bewusst sein er taucht in eine eigene Berufssparte ein und muss daher in dieser Thematik entsprechend Zeit investieren, Fachbücher wälzen und in Foren lesen, lesen, lesen. Ansonsten wird aus DIY die nur unbewusste Zeitvergeudung. Kenne in meinen Bekanntenkreis einige stolze Anlagenbesitzer da geh ich scharfgeschaltet problemlos durch. Nur sagen tut man da nichts mehr den die sind ja alle gelernt geboren wordenBig Grin Hoffe nur das deren Anlagen im Ernstfall auch den passenden Einbrecher bekommen. Sonst steht irgendwann die 9mm im Eingang zum Nasenloch des Schraubers.

DVR oder Cam hat Problem bei Fernzugriff? Mach zuerst einen Portcheck. Aber Sicherheit gibts nur mit VPN.
http://www.yougetsignal.com/tools/open-ports/
..und Terxonanlagen benötigen immer noch E-Technische Grundkenntnisse zur Installation und Inbetriebnahme.Cool
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18-10-2015, 22:33
Beitrag: #5
RE: Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
evertech hats sehr schön durch die Blume gesprochen.
Ich gehe mal einen Schritt weiter.
Es gab mal Zeiten, da hast du Geld in die Hand nehmen müssen, wenn du eine Alarmanlage gebraucht hast.
Da war die Versicherung, dann der VdS und dann noch der böse Errichter.
Alle drei haben Hand in Hand gearbeitet, ohne deren drei Unterschriften gabs mal gar nichts.
somit war der Gebrauch einer Alarmanlage den Leuten überlassen, die sie gebraucht haben und sie demnach auch bezahlen mussten.
Heutzutage ist das gottseidank etwas anders gelagert. Aber auch wiederum liegt hier die Krux begraben, weil jeder Hinz und Kunz nun meint, sich in dieses komplexe Geschäft einmischen zu können und die eierlegende Wollmilchsau präsentieren zu können, die es defintiv nicht gibt.
Komplexe funktionierende Sicherheitstechnik gibts weder für 300 Euro bei Ebay oder Amazon noch bei den Bastelwastels, die meinen, das alles aushebeln zu müssen, weils nicht in deren beschränktes Universum passt.
Was ich sagen will. Alles unter einer lupus oder jablotron oasis ist in meinen Augen rausgeschmissenes Geld. Der ganze Chinakram, wie Blaupunkt, egardia und wie sie alle heissen, werden in "normalen" Umgebungen vielleicht einigermassen arbeiten, aber Sicherheit funktioniert dann, wenns drauf ankommt.
Einer Siemens, Telenot oder anderen gestandenen Anlage kannst schon mal einen Kurzschluss zumuten, den meldet sie dann und du kannst reagieren.
Einer Funkanlage mit komplexen Szenarien sowas anzutun kannst mal probieren.
Da erntest du ausser einem Vollbrand nichts mehr, weil da nichts mehr rausgeht.
Und wenn dann alles aufs eigene Handy nach dem 95. Fehlalarm rausgeht, und du nicht mehr reagierst, weil du nicht weisst, obs nu echt oder scheisse ist, kannst nur hoffen, dass die Versicherung bezahlt. Und wenn die dann nachweist, dass der Brand durch unsachgemässe Elektroinstallation verursacht wurde, welche auf die Diy Alarmanlage hinweist, hast du den kompletten Klogriff verursacht.
Wenn man dann nachrechnet, wieviel Freizeit, verlorene Familienzeit, Zeit im Alarmforum mit nichtangebrachten Antworten ´die einem nicht gefallen oder taugen, folgt, so könnte man fast eine Alarmanlage kaufen, mit dem Errichter einen Kaffee trinken, dann die entsprechenden Fragen an den Typen stellen, der garantiert keinen Batteriewechsel für 3,59 leisten will und so weiter.
Vielleicht kommt man dann drauf, das der böse Errichter eigentlich nur dein Bestes will. Den Schutz für dich und deine Familie, aber dafür gerecht entlohnt werden möchte.
Denn ... schau mal auf meinen Nachsatz. oder meinen zweiten :
Die eigene Erfahrung hat den Vorteil völliger Gewissheit ( Schopenhauer)

--------------
Der Wortteil "scheiß" wurde entschärft
Ollik

Erfahrung ist eine nützliche Sache.
Leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie brauchte. (Goethe)
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19-10-2015, 10:44
Beitrag: #6
RE: Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
Hallo
Hierzu möchte ich folgendes beitragen:
Ich gehöre zu jenen Leuten, die sich ein Einfamilienhaus bauen haben lassen und dieses mit einer Alarmanlage versehen wollen.
Wie bei den meisten Häuselbauern ist es bei mir ebenso, dass am Ende des Hausbauprojekts das Geld komplett ausgeht, sogar einige Dinge zB. Aussenanlagen(Einfahrt flastern, Carport, Terrassenbelag, etc) nicht sofort realisiert werden können sondern dafür muss wieder angespart werden.
Im Zuge des Hausbaus habe ich schon Unterputzleitungen zu jedem Fenster/Tür sowie zu einigen Bewegungsmeldern vorgesehen.
Aus Budgetgründen wurden auch viele Möbel von der vorherigen Wohnung übernommen, soll heissen: Wertsachen gibt es generell keine im Haus.
In dieser Situation ist für mich eine Alarmanlage mit einem Anschaffungswert von 500Euro oder mehr finanziell nicht möglich. Ich sehe auch nicht die Notwendigkeit dafür. Mir soll die Alarmanlage vorallem dazu dienen, den Einbruchschaden möglichst gering zu halten. Ich war mich auch bei der Polizei informieren: angeblich scheuen über 90% der Einbrecher den direkten Kontakt mit dem Inhaber. Es wird also vorwiegend ausgekundschaftet, wann niemand zu Hause ist. Lt. Polizei sind Alarmanlagen noch immer ein wirkungsvolles Abschreckmittel für Einbrecher, soll heissen wenn sie die präsenz einer Alamanlage feststellen nehmen sie sich lieber ein Haus ohne Alarmanlage vor.
Eine gute Alarmanlage für meine Situation habe ich in der Abus Terxon SX gefunden: Habe ich gebraucht für 50Euro erstanden, dazu eine SG1800 Aussensirene für 60Euro, 2 BW8010 Bewegungsmelder je ca. 20Euro(neu), 1 Monacour Innensirene 12Euro(neu) so wie einen BW8030(Infrarot und MW) für 20Euro. Zusätzlich noch 10Stk. RFID Schlüsselanhänger je 0,4Euro.
Habe die Anlage selbst installiert und arbeitet bis jetzt fehlerfrei, allerdings ist die Aussensirene bis jetzt noch nicht montiert. Auch der BW8030 ist noch nicht montiert, den möchte ich Aussen zur Realisierung eines Voralarms einsetzen. Der Voralarm soll dem Einrecher zeigen, dass hier eine Alarmanlage aktiv ist.
Zusätzlich habe ich ein schon vorhandenes GSM Modem an die Terxon angeschlossen, welches mir im Alarmfall eine SMS zusendet.
Ich habe habe auf der Terxon 2 Teilbereiche aktiviert, sodaß ich entweder eine Komplettüberwachung oder nur eine Aussenhautüberwachung für Nachts aktivieren kann(auch mit gekippten Fenstern).
Wer also, so wie ich, nach dem Hausbau nicht sofort die notwendigen Geldmittel für eine anständige Alarmanlage hat, dem kann ich ein System wie ich es habe sehr empfehlen.
mfg
Sektionschef
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19-10-2015, 10:55
Beitrag: #7
RE: Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
@ Sektionschef:
guter Beitrag, so sieht man wie es trotzdem gehen kann. Dass du das hingekriegt hast, ehrt dich und deine Intension etwas für die Sicherheit zu tun.
Jedoch ging dein Ansatz von vorneherein in die richtige Richtung, du hast verkabelt. Big GrinBig Grin
Hier gibt es durchaus für schmales Geld Lösungen.
Hauptsächlich gehts den Billigheimern aber immer um Funkalarmanlagen ala Blaupunkt, Olympia, Egardia, und wie sie alle heissen.
Da ist es nunmal tatsächlich so, dass der Einstiegspreis für was vernünftiges und langfristiges ungleich höher liegt.
Meine Meinung ist immer, für eine Funkalarmanlage kann ich mit dem richtigen Wissen und Wollen sehr viel Kabel legen. Mit den allseits bekannten Vorteilen.

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Leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie brauchte. (Goethe)
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19-10-2015, 13:17
Beitrag: #8
RE: Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
(19-10-2015 10:55)funkistnichtalles schrieb:  Jedoch ging dein Ansatz von vorneherein in die richtige Richtung, du hast verkabelt.
Also wäre ich in der selben Situation und hätte keine Verkabelung im Haus vorgesehen, dann würde ich überhaupt keine Fensterkontakte vorsehen sondern nur Bewegungsmelder in den Räumen im EG machen. Entweder würde ich versuchen, die Leitungen zu den Bewegungsmeldern irgendwo nachträglich einzuziehen, oder halt eine Funklösung. Bei mir im EG habe ich Küche und Esszimmer als einen großen Raum, der kann mit 1 Bewegungsmelder abgedeckt werden, dazu noch das WZ mit einem 2ten BWM. In WC und Garderobe sind die Fenster recht klein, da ist kein Melder notwenig. Zusätzlich ein Bewegungsmelder im Flur, fertig. Letzterer wäre bei Aussenhautüberwachung deaktiv.
Ob ich mir dann eine Terxon MX mit Funkmodul nehmen würde? Weiss ich nicht.
Ich denke, ich würde mir Meinungen über so Billigfunkanlagen einholen und eine, wo es gute Erfahrungen dazu gibt, u.U. dann doch ausprobieren. Dass die so ganz Schrott sind, möchte ich nicht glauben und wenn doch kann man sie ja auch zurücksenden.
mfg
Sektionschef
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19-10-2015, 13:42
Beitrag: #9
RE: Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
Hallo,

(19-10-2015 13:17)Sektionschef schrieb:  und wenn doch kann man sie ja auch zurücksenden.

und das hoffentlich, vor einem Einbruch. Cool

Gruß Tim

Ich habe nicht auf jede Frage die passende Antwort,
aber zu jeder Antwort die passende Frage.
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13-11-2016, 21:42
Beitrag: #10
RE: Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
Man muss mindestens genauso viel für seine Sicherheit investieren wie man auch an Wert zu Hause hat. Kann ja nicht sein das man für Tv etc mehr ausgeben mag als für seine eingene Sicherheit. Dann läuft schon etwas grundlegend verkehrt in den Köpfen der Menschen.
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14-11-2016, 15:16
Beitrag: #11
RE: Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
(13-11-2016 21:42)Dennis Walther schrieb:  Man muss mindestens genauso viel für seine Sicherheit investieren wie man auch an Wert zu Hause hat.

Wenn ich so denke, kann ich mir auch alles klauen und von der Hausrat ersetzen lassen.
Die Investition für eine Alarmalage bekomme ich nicht wieder, könnte ich mir dann sparen.

Für mich hat die Investitionhöhe in eine Alarmanlage keine direkte Beziehung zum Wert meines Hausrats. Vielmehr möchte ich:
1. Nicht unvorbereitet nachts jemanden an meinem Bett stehen haben
2. Das gute Gefühl haben, dass zu Hause alles in Ordnung ist (solange ich keinen Anruf von der Alarmanlage bekomme)
3. Abschreckung durch Präsens einer qualifizierten Außensirene und das Herumsprechen bei allen, die das Haus kennen lernen, dass dieses alarmgesichert ist (Handwerker, Postboten, Bekannte, Nachbarn, ...).
4. Den Einbrechern Stress durch die laute Innensirene verursachen, wenn sie trotzdem reinkommen. In der Hoffnung, dass sie schnell wieder verschwinden.

Und um all das zu erreichen, möchte ich mich auf die Anlage verlassen können und mich nicht mit Bastelspielzeug beschäftigen. Das ist der Grund, warum ich letztendlich die Anlage eines erfahrenen Herstellers ausgewählt habe, auch wenn allein die Investition in die Komponenten im vierstelligen Bereich liegt. Nun nach einem Jahr kann ich sagen, die Entscheidung war richtig. Die Anlage genießt mein vollstes Vertrauen in die Zuverlässigkeit. Bisher nicht ein Fehlalarm.

Arrow Satel Integra 64 Plus, alles diskret verdrahtet, kein Funk, 2xINT-TSI, 2xSatel Grey Dual, 6xVD-1, 8xS1, 1xB-3A, INT-VG, ETHM1-Plus, GSM-LT1, 2xSPW100, SP-4003. In Betrieb seit 02.01.2016.
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05-12-2016, 13:06
Beitrag: #12
RE: Sicherheitsbedürfnis trotz knappem Budget?
(13-11-2016 21:42)Dennis Walther schrieb:  Man muss mindestens genauso viel für seine Sicherheit investieren wie man auch an Wert zu Hause hat. Kann ja nicht sein das man für Tv etc mehr ausgeben mag als für seine eingene Sicherheit. Dann läuft schon etwas grundlegend verkehrt in den Köpfen der Menschen.

Ein bisschen heftig die Aussage in anbedracht dass wir durch unsere Steuern die wir zahlen eigentlich den Staat und somit auch die normal vorhandenseine Sicherheit bezahlen.

Aber in gewisser Hinsicht ist es ja richtig
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