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Olympia Funkalarmanlage 9061
09-11-2015, 12:31
Beitrag: #4
RE: Olympia Funkalarmanlage 9061
Zu der konkreten Anlage gibts hier über die Suchfunktion meines Erachtens schon einiges zu finden, was einem bei der Kaufentscheidung weiter helfen sollte. Also einfach mal suchen. Zu der konkreten Anlage möchte ich daher nichts mehr schreiben. Allerdings möchte ich aus meiner persönlichen Sicht einmal ein paar Aspekte nennen, die mir bei der Anschaffung sehr wichtig wären, aber häufig nicht ausreichend beachtet werden:

1.) Kann ich die Zentrale verdeckt und schwer erreichbar im Objekt verbauen und die Anlage dennoch vollständig bedienen und bekomme ich dennoch alle Infos wie offene Melder, ausgelöste Melder, Status... ? Ist die Zentrale sabotagegeschützt? Wenn diese Punkte nicht gegeben sind, dann macht ein System für mich keinen Sinn, da es zerstört werden kann, bevor die Alarmmeldung rausgegangen ist. Besonders kritisch, wenn auch die Eingangsverzögerungstöne direkt den Standort der Zentrale verraten.
2.) Lässt sich die verzögerte Reaktion individuell festlegen oder gilt die eingestellte Verzögerung für alle Sensoren? Der Täter ist dann bei Alarmauslösung bereits im Objekt. Daher geht die Abschreckende Wirkung verloren und der Täter könnte geneigt sein, sich noch ein paar Dinge zu greifen, bevor er die Flucht antritt. In diesem Fall und unter Berücksichtigung von Punkt 1.) wäre eine Möglichkeit der Zerstörung der Zentrale unabhängig vom Zutrittsort gegeben. Für mich absolutes NO-Go.
3.) Besitzt die Anlage eine Zertifizierung (muss nicht VDS sein, aber nach der entsprechenden EN auf jeden Fall)
4.) Überwacht die Anlage alle wesentlichen Funktionen selbstständig und wenn ja wie und wie oft.
4a)Funkverbindungen können auf vielfältige Art und Weise gestört werden. Sowohl beabsichtigt über Jammer, aber auch durch Überlagerung durch andere (ggfls defekte) Geräte. Auch können klimatische Bedingungen und kleine Veränderungen im Objekt (Innentüren geschlossen oder offen, neue Möbel, Spiegel, andere Elektrogeräte) oder durch unzureichend funkentstörte Verbraucher (Wärmepumpe, Fernseher...) zu Veränderungen in der Signalstärke führen. Wird diese nicht überwacht, kann keine sichere Funktion gewährleistet sein.
4b) Was passiert bei einem Sensordefekt. Wird dieser erkannt? Wenn nicht können Sensoren ausfallen, ohne, dass der Betreiber dies bemerkt. Die Anlage produziert evtl. nie einen Falschalarm, aber ein Zutritt zum Gebäude würde über die betreffenden Stellen nie erkannt. Im Ergebnis trügerische Sicherheit.
4c) Wird die einwandfreie Funktion des Kommunikationsmodules überwacht (z.B. Signalstärke GSM...). Durch nächtliche Abschaltung von Mobilfunkzellen, oder sogar Dauerhafte Abschaltung durch den Netzbetreiber auf Grund Umbau in neue Technologien kann eine GSM Verbindung schonmal ausfallen. Auch die Kommunikation über Festnetz ist nicht ausfallsicher. Das Kommunikationsmodul könne sich aufhängen oder aber auch einfach das Guthaben der Prepaidkarte erschöpft sein. Bekomme ich in all diesen Fällen eine Info darüber? Wenn nicht, könnte die Prepaidkarte seit Monaten leer sein und ich bekomme es nicht mit.

Zu Punkt 4: Sollte eine Funktionsüberwachung nicht gegeben sein, beliebt einem nur der Selbsttest. Das heißt jeden Morgen alle Sensoren und die Kommunikation selbst testen. Aber wer will das schon. Ausserdem würden dann zeitweise Funküberlagerungen oder ausfälle dennoch nicht bemerkt. Für mich ein eindeutiger Grund ein System dann nicht zu kaufen.

5.) Kann die Anlage mindestens ein gängiges Übertragungsprotokoll für die Aufschaltung auf eine NSL zur Verfügung stellen. Bei einer Alarmanlage ohne Aufschaltung auf einen Sicherheitsdienst ist die Sinnhaftigkeit des Vorhabens meines Erachtens nochmals genau zu prüfen.
6.) Bei einer Alarmierung nur aufs Handy und nicht auf einen Wachdienst ist die Frage was im Alarmfall passieren / getan werden soll eminent wichtig. Ist die Anlage so zuverlässig, dass ich in jedem Fall von einem Alarm ausgehen kann, dem eine reale Gefahr zu Grunde liegt? Ist die Anlage so projektiert, dass eine Plausibiliät durch Mehrmelderauslösung gegeben ist? Welche Möglichkeiten habe ich zur Alarmverifikation? Wenn diese Fragen nicht vorher geklärt sind, dann rufste (sofern du überhapt in diesem Moment Empfang hast, Dein Handy nicht besetzt ist, Du es nicht auf lautlos hast, oder Du nicht im Ausland bist und die Nummer der örtlichen Polizeiwache mitgenommen hast... bei der Polizei an und die erklärt Dir dann, dass sie keine Veranlassung sieht rauszufahren. Wenn sie das dann nach langem Zureden (noch nie einen Falschalarm, viele Einbrüche in der nachbarschaft....) dann doch widerwillig macht, dann sicher nicht mit Prio. Das heißt die fahren dann gemütlich hin, wenn Zeit ist, laufen dann einmal ums Objekt und stellen nix fest. Dann bekommste schön die Rechnung ein paar Tage später per Post. Evtl. erwarten die auch, dass Du oder ein anderer Berechtigter vor Ort erscheint um Zugang zum Objekt zu schaffen und die Alarmursache festzustellen. Wenn dann eine DIY Anlage an der Wand hängt und die Alarmursache unbekannt ist. Dann kommen die beim nächstem mal eher garnicht mehr.
7.) erlaubt die Anlage einen Zweitweg der Übertragung, für den Fall, dass einer Ausfällt (zum Beispiel Festnetz zusätzlich zum GSM..)
8.) Wie ist die Melderqualität zu bewerten? Gerade bei günstigen Bewegungsmeldern ist eine höhere Falschalarmwahrscheinlichkeit gegeben. Hierzu einfach mal bei den beabsichtigten Anlagen hier im Forum schauen, ob dazu was steht
9.) Meldet die Anlage offene Fenster/Türen bei der Scharfschaltung? Sonst ist es theoretisch möglich, dass ein Fenster beim Verlassen des Hauses noch gekippt ist und die Anlage dennoch scharfschaltet. Das betroffene Fenster wird dann (obwohl es in diesem Szenario die wahrscheinlichste Einstiegsstelle darstellt) nicht überwacht!!! Wenn keine Bewegungsmelder als Rückfallebene verbaut sind kann ein Täter sich unbemerkt im ganzen Haus umschauen. Wenn Bewegungsmelder verbaut sind besteht die Gefahr, dass durch Luftzug des geöffneten Fensters Falschalarme ausgelöst werden.
10.) Welche Arten des Sabotageversuches erkennt die Anlage?
11.) Läßt sich jeder einzelne Sensor individuell den verschiedenen Bereichen (teilscharf, gesamtscharf) zuordnen? Nur so kann ich bei Anwesenheit auch Bewegungsmelder in nicht frequentierten Bereichen nutzen, das erhöht die Sicherheit nochmals enorm.
12. Wie ist das Sensoren/Zubehör Angebot? Zum Bespiel Universalsender zum Anschluss von verdrahteten Fremdsensoren, Bewegungsmelder mit PR und Mikrowelle, Bewegungsmelder mit Foto....


Ich denke diese Liste lässt sich noch beliebig erweitern, sollte aber für einen ersten Gedankenanstoß bei Kaufinteressenten einmal reichen.

Ich bin daher bei Aussagen, wie "Ich bin zufrieden, da keine Fehlalarme" skeptisch. Wichtig ist doch vor allem, dass ein Einbruchsversuch sicher detektiert wird und die Alarmkette stimmt. Nicht dass man 10 Jahre zufrieden war, bis man sich dann im 11. Jahr fürchterlich darüber ärgert, dass man jahrelang ein System scharf geschaltet hat und alle Nase lang Batterien getauscht hat, die Prepaidkarte immer brav geladen hat, damit es im Ernstfall dann versagt.

Eine Zuverlässige Lösung in der anvisierten Preisklasse habe ich bisher noch nicht gefunden. Der normale Weg für jeden Laien, der sich elektronisch sichern möchte sollte zum Facherrichter führen. Nur das garantiert, dass man das erhält, was man erwartet. Hierzu sollte man für eine Funkanlage bei einem EFH etwa 2-3% des Objektwertes aber mindestens 3.500€ bereit sein auszugeben.

Für die Sparfüchse, die es günstig selbst machen wollen hält dieses Forum eine Reihe von Informationen bereit. Es werden hier Möglichkeiten gezeigt, wie man ein EFH mit 160m² auch für unter 2000€ und Wohnungen sogar für unter 1000€ absichern kann. Eine reine Abwesenheitssicherung geht noch günstiger, rein verdrahtete Lösungen ggfls auch gebraucht mit dem entsprechenden Grundwissen in der Thematik und dazugehörender technischer Vorbildung auch.
Zum Selbstbau gehört dann neben der realistischen Einschätzung seiner eigenen Fähigkeiten auch eine umfangreiche Recherche z.B. hier im Forum oder im Netz, sowie das vorherige studieren der verfügbaren Bedienungsanleitungen. Nach einer ausgiebigen Recherche- und Projektierungsphase kann man sich dann ins Abenteuer Selbstbau stürzen. Es gibt hier Einige, die es am Ende erfolgreich geschafft haben. Ob man´s sich selbst zutraut, die Zeit opfern und letztlich das gesamte Risiko des Projektes selbst tragen möchte, muss jeder selbst entscheiden. Selbstbau ist sicher kein Thema was in einer Woche durch ist. Neben der Recherchephase, der Systementscheidung und der Projektiersphase kommt hier eine entsprechend ausgelegte Testphase, bevor man dass System vollständig und mit Vollalarm in Betrieb nimmt. Das ist ne Geschichte die Dich ein paar Monate beschäftigen wird.
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RE: Olympia Funkalarmanlage 9061 - keinbruch - 09-11-2015 12:31

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