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Normale Version: Wie sicher oder unsicher sind eigentlich Funk-Garagentore?
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Hallo,

wir untersuchen gerade unser Haus auf Einbruchs-Schwachstellen und beim Garagentor bin ich mir nicht sicher.
ca. 4 Jahre alt von Hörmann, Funköffner (sonst nichts, also kein Schloss oder Tastatur) => wie sicher sind die eigentlich?
- zum einen die Fernbedienung, sind die so verschlüsselt, dass man sie eigentlich nicht knacken kann? Kann er von einem Fremden empfangen werden und auf einen neuen Sender aufgespielt werden?
- und das Tor? Kann man das hochschieben wie Rolläden oder sind die gesichert? Da unten eine dicke Gummilippe ist und das Tor nicht direkt auf dem Boden aufliegt, könnte man wohl leicht einen Hebel oder Wagenheber drunterschieben...

Danke!

PS falls ein Profi dabei ist: der Motor heißt Supramatic und wir haben die normale Funkfernbedienung. Es gibt da wohl noch was, das sich BiSecur nennt, das haben wir nicht.
Der Inhalt der Garage würde mich interessieren Big Grin
Habt ihr am/im Haus schon alle Schwachstellen beseitigt?

Generell verhindert der Antrieb dass das Tor manuell hochgeschoben werden kann. Daher gibt es auch eine Notentriegelung falls ihr keinen zusätzlichen Zugang zur Garage habt. Im Falle eines Stromausfalls bekommt man mithilfe der Notentriegelung das Tor manuell auf.

Ich würde vermuten dass man mit genügend Kraft/Werkzeug das Tor manuell hochbekommt, aber das ist keine 2 Minuten Aktion..
Da steht nur ein Golf drin, aber es gibt eine (einbruchhemmende Hörmann-)Tür ins Haus. ;-)

Wir haben auch schon gehört, dass man "einfach" mit einem Lochbohrer eine Öffnung in das Tor bohren kann, um durchzugreifen, die Notentriegelung zu ziehen und dann einfach das Tor hochzuschieben. Aber es geht frontal zur Straße raus und wir wollen ja auch nicht alle Eventualitäten abdecken und in einen Tresor ziehen.

Nur die Sache mit der Fernbedienung ist für mich kritisch. Wie ist die verschlüsselt? Reicht es da, wenn einer mit dem Laptop vor der Garage steht und der Code ist in 30 Sek geknackt?
Hi,

ich habe selbst ein HM Garagentor BJ 2014. Die Funkhandsender müssen bei meinem Modell eingelernt werden. Also dürfte jeder Handsender seine eigene "Adresse/Code" haben...somit dürfte eine Manipulation schwierig und sehr zeitaufwendig sein...

Ich würde die Anleitung des Antriebs lesen. Bei meinem Alten ging das auch nur über die Frequenz...

Gruß
(05-12-2014 11:13)031277 schrieb: [ -> ]Hallo,

wir untersuchen gerade unser Haus auf Einbruchs-Schwachstellen und beim Garagentor bin ich mir nicht sicher.
ca. 4 Jahre alt von Hörmann, Funköffner (sonst nichts, also kein Schloss oder Tastatur) => wie sicher sind die eigentlich?
- zum einen die Fernbedienung, sind die so verschlüsselt, dass man sie eigentlich nicht knacken kann? Kann er von einem Fremden empfangen werden und auf einen neuen Sender aufgespielt werden?
- und das Tor? Kann man das hochschieben wie Rolläden oder sind die gesichert? Da unten eine dicke Gummilippe ist und das Tor nicht direkt auf dem Boden aufliegt, könnte man wohl leicht einen Hebel oder Wagenheber drunterschieben...

Danke!

PS falls ein Profi dabei ist: der Motor heißt Supramatic und wir haben die normale Funkfernbedienung. Es gibt da wohl noch was, das sich BiSecur nennt, das haben wir nicht.

Die Verschlüsselung der Funkfernbedienungen moderner Garagentorantriebe (und da zähle ich Deinen dazu) funktionieren auf Basis eines Rollingcode-Verfahrens. Die Sicherheit ist i.d.R. damit vergleichbar mit der von z.B. Autofernbedienungen, deren Verschlüsselung auf dem selben Prinzip basiert.

Mach Dir über die Funkfernbedienungen daher keine Sorgen.
(05-12-2014 12:03)031277 schrieb: [ -> ]Wir haben auch schon gehört, dass man "einfach" mit einem Lochbohrer eine Öffnung in das Tor bohren kann, um durchzugreifen, die Notentriegelung zu ziehen und dann einfach das Tor hochzuschieben. Aber es geht frontal zur Straße raus und wir wollen ja auch nicht alle Eventualitäten abdecken und in einen Tresor ziehen.

Du könntest die die Schnur der Notentriegelung lösen, dann ist das nicht mehr möglich.
Ich denke mit einem hellen Bewegunsmelder in der Garage und einer sicheren Eingangstür seid ihr ausreichend geschützt. Und wenn eine Alarmanlage reinkommt, wird die Tür im einfachsten Fall mitgesichert. Allerdings könnte man das Tor auch schon mitsichern.
ich hab einen alten boschtorantrieb. wenn mein nachbar vier häuser weiter auf seine fernbedienung drückt geht manchmal mein tor auf... :-)
Ich hab gestern mit Hörmann telefoniert: die nutzen einen 40 Bit Festcode und ihnen ist bisher noch kein Fall bekannt, in dem er geknackt worden wäre. Keine Ahnung, beruhigt mich erstmal halbwegs, ich habe auch noch nie gehört, dass Garagentore ein Sicherheitsrisiko sind, sonst hört man ja immer nur von Fensteraufhebeln etc.
Ich würde auf das BiSecur-System wechseln!

Bei uns ging im Sommer um 02:00 - da haben wir tief und fest geschlafen - die Alarmanlage los. Auslöser war das Garagentor, das sich plötzlich wie von selbst geöffnet hat (das Tor ist von Hörmann, Antrieb und Fernbedienung von Tousek).
Die Polizei war auch gleich da (Alarmierung geht bei uns zur Polizei) und an Schlaf war danach nicht zu denken. Also habe ich recherchiert und Folgendes herausgefunden:

Die Fernbedienung arbeitet mit 433MHz und einem rolling code-System ('KeeLoq'). Durch dieses System wird nach jeder Betätigung der Code geändert. Lange glaubte man, dass es dadurch abhörsicher ist.
2008 ist dieses System allerdings geknackt worden.
Vereinfacht gesagt kann man mit etwas kriminellem Geschick - wenn man 2x das Signal abhört - das nächste Signal errechnen und hat Zugang. Betroffen sind Systeme mit einem Chip vom Hersteller Microchip Technology (im angehängten Foto rot eingeringelt). Dieser Chip ist - u.a. auch in Auto-Fernbedienungen - sehr verbreitet. Hier ein Artikel, wo dieses Sicherheitsproblem beschrieben wird: ( Link ist Tot. Gruß Tim). Es gibt auch ein sehr ausführliches Video, in dem die Technik und die Angreifbarkeit dieses Systems sehr anschaulich demonstriert wird: http://www.youtube.com/watch?v=4m0Dg-yCpB4
Mit den Stichworten 'KeeLoq' und 'hack' oder einem ähnlichen Begriff spuckt das www jede Menge Treffer aus.
Die 433 MHz-Frequenz ist darüber hinaus mittlerweile ziemlich überlaufen und theoretisch kann es Störungen geben. Da wir das System aber schon ca. 15 Jahre im Einsatz haben und bisher nie eine Fehlbedienung hatten, tendieren wir dazu, dass da jemand versucht hat einzubrechen (das geht ja relativ bequem aus einiger Entfernung: Tor öffnen und abwarten, was passiert. Wenn kein Alarm und/oder Polizei, geht man gemütlich rein und räumt aus).

Fazit:
Es gibt von Hörmann ein (zum Patent angemeldetes) System (BiSecur), das auf Grund dieser Sicherheitslücke entwickelt wurde und scheinbar um vieles sicherer ist. Arbeitet auch (wie die meisten neueren Systeme) mit 868 MHz. Habe herausgefunden, dass man die bestehenden Funk-Empfänger einfach durch BiSecur-Empfänger (plus die entsprechenden Handsender) ersetzen kann. Gesagt getan: Bei uns ums Eck gibt es eine Fachfirma, die u.a. Tousek und Hörmann vertritt. Dort die Teile abgeholt und am selben Tag noch eingebaut. Jetzt schlafen wir wieder besser :-)

Grüße,
Michael
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