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Mein Projekt des Jahres 2025 - sicherheitstechnik-siegen - 05-01-2026 22:12 Heute habe ich ein für mich interessantes Projekt abgeschlossen, welches ich Ende November begonnen habe, wobei das Ergebnis für alle Beteiligten zufriedenstellend ausfiel und ich selber so nicht erwartet hatte. Meine Angebotsabgabe erforderte etwas Mut ![]() Die Aufgabe: Denkmalgeschütztes Gebäude der Stadt, drei Etagen + Keller, 420m² pro Etage, Stuck wo man hinsieht. In den Zwischendecken liegt Schlacke (gängige Dämmung im Siegerland, Eisenerzregion zwischen 1880 und 1940), womit ein faradayscher Käfig entsteht, mit Alarm auf alle drei Etagen und W-Lan mit Minimum 200 Mbit/s im 2,4 GHz und 500 Mbit/s mit 5GHZ in jedem Bereich ankommen soll. Es dürfen überhaupt keine Kabel gezogen werden, Bohren nur pro Einzelabfrage erlaubt. Lichtanlage war komplett tabu, UP Stromverteiler keine erkennbar. Alles was sichtbar installiert wird, muss per Einzelanfrage geregelt werden. Komplette Millionen schwere Sanierung in 2012. Dummerweise sitzt der Telekom Anschluss in einem kleinen Raum ganz außen in der Kellerecke. Netzwerk im Gebäude nicht vorhanden. Lediglich im direkt darüber liegenden Standesamt kam so viel W-Lan an, dass man etwas googeln konnte. Videos brachen ab ![]() Bei der EMA habe ich eine Lupus XT4 gewählt. Trotz der hohen Reichweite der Pro Öffnungs- und Bewegungsmelder, musste ich erstmalig den Pro Repeater verwenden und davon sogar drei Stück in Reihe. Lediglich bei den RWM und speziell der Außensirene kam ich etwas in’s schlingern, was aber unter Einsatz von zwei in Reihe geschalteten Repeatern und umsetzen des ursprünglich gewünschten Installationsort doch noch gelang (Signalstärke vier bis fünf stabil. Absolutes Tief war die drei, passt). Die RWM habe ich durch die Lupus lot ersetzt. GSM Signal kam in jedem Raum gut an. Dazu kam eine ABUS Wapploxx mit drei Zylindern, über die mittels RfID scharf/unscharf geschaltet wird. Alles auf die NSL Midas. Die Alarminstallation war easy ![]() Die weitaus größere Hürde betraf das W-Lan. Vor Ort arbeitet eine AVM 6690 wo annähernd 1.000 Mbit/s ankommen und die einfachste Variante wäre jetzt gewesen eine Sternförmige Topologie mit zwei bis drei in Reihe geschaltete AVM Repeater in die Steckdosen zu stecken, was aber nicht machbar war, da es sich um ein öffentliches Gebäude mit Schulungsräumen, Standesamt, etc. handelt, also jede Menge Leute kommen und gehen. Die Anzahl der Repeater hätte sich wohl innerhalb weniger Tage verdoppelt Nach wie vor gilt, kein Kabel, kein Bohren. Ich habe mich kreuz und quer erkundigt, verschiedenes bestellt und getestet, irgendwie war das alles nicht befriedigend. Die AVM Router kommunizieren im Mesh am besten mit den AVM Repeatern. Blöderweise baut AVM aber nichts, was man verstecken könnte. Wie ich so am suchen war, fiel mir der AVM 1200AX auf (die gab es bei Böttcher gerade in einer Aktion für um die 55,- Netto). Kompakte Bauform, Außenmaße 80x80x37mm. Ich habe mich gefragt, was da drinsteckt. Bestellt, geöffnet und dann kam eine Platine mit den Außenmaßen 60x60x18mm zum Vorschein mit zwei perfekt sitzenden Lötösen. Auf der Platine sitzt ein brauner Schaltungsschutz und daneben ein Elko. Beides kann man etwas wegbiegen und damit die Bauhöhe auf 15mm reduzieren. Kabel dran, alles gut verkapselt, danach mit der IT diskutiert. Gebäude ist komplett mit Überspannungsschutz ab Hausanschluss ausgestattet. Telefonat mit AVM Techniker ergab, dass so ein Repeater zwar keine aktive Belüftung benötigt, aber ab ca. 40 Grad Umgebungstemperatur die Leistung leidet (wusste ich auch noch nicht). Er verbraucht bis zu 10 Watt, was Wärmeentwicklung bedeutet (Problem!!!). Je nachdem was an einer Stromdose angeschlossen wird, entwickelt die auch noch mal Wärme (der größte Verbraucher im Gebäude ist ein Beamer mit 380 Watt und diese dafür möglichen Anschlüsse musste ich meiden). Er darf generell nicht wärmer als 60 Grad werden, dann droht der Hirntot und evtl. Brandgefahr, was hinter der Stromdose nicht erreicht wird (an sehr heißen Sommertagen gehe ich von Max 35 Grad aus). Ich habe einen Temperaturmesser mit Fühler organisiert und die Temperatur hinter der Dose gemessen. Ohne Verbraucher entsprach diese der Umgebungstemperatur, mit einem 800 Watt Verbraucher stieg die Temperatur nach 30 min um 1,4 Grad an (man kann das Thema Überhitzung also komplett vernachlässigen, was ich aber nicht tat, da ich die Brandschutz Fuzzis kenne). Also einen kompletten Probeaufbau mit 7 Repeatern auf der 1. Etage (Innenwände wegen Temperatur gewählt, Sicher ist Sicher) gemacht und Router auf zwei Repeater und diese mit jeweils 2 und 3 Repeatern verlängert. Der größte Verlust findet auf der Strecke Router zu den zwei Hauptrepeatern statt, also Keller zu Erdgeschoss, ab denen dann kaskadiert wird. Von 3000 Mbit/s kommen auf R1 + R2 Schwankungen zwischen 800 und 950 Mbit/s (5GHz) an, was aber völlig ausreicht, da die Aufgabe 500 Mbit/s lautet. Mit 2,4 GHz lag der niedrigste Wert bei um die 350 Mbit/s) Danach die erste Stromdose geöffnet. Blöderweise waren überall 46/66’er Gerätestromdosen installiert. Die habe ich durch 81/66’er vergrößert (da ich derzeit gesundheitlich nicht auf der Höhe bin, musste ich das erledigen lassen), die Repeater rein, verkabelt und das Ergebnis war dasselbe wie im Testaufbau (was ich nicht erwartet hatte. Meine Vermutung war, dass die Stromdose zumindest etwas stört). Eine Temperaturmessung im Betrieb ergab + 0,1 Grad aufgerundet. Danach ging es weiter zur Etage 2 und danach in die Etage 3. Der niedrigste Wert im gesamten Gebäude auf 2,4 GHz liegt nun bei um die 270 Mbit/s und mit 5 GHz bei ca. 620 Mbit/s. Es wurden insgesamt 17 Repeater UP installiert. Sollte mal einer ausfallen, ist der in 15 Min ersetzt (für diesen Fall habe ich einen fertig verdrahteten vor Ort deponiert). Ich vermute, dass ich unter Verwendung anderer Platzierungen noch mehr hätte rausholen können, aber was solls, es reichte dicke. Heute Mittag mit Auftraggeber, einem Herrn der IT (der die ganze Zeit abgelenkt war, da er ständig missmutig auf seine Fritz App schaute, ob irgendwo 200/500 Mbit/s unterschritten werden) und einem Herrn der Feuerwehr alles abgelaufen. Berechtigter Einwand (Fehlendes Gehäuse Repeater), aber nach Aussage des FW-Mann sehr gut mit Flüssig Kunststoff verkapselt Die Luftdurchlässige Abdeckung der Stromdose ersetzt die Kühlrippen des Repeatergehäuse. Ich brachte am Markt verfügbare UP W-Lan Repeater ins Spiel, die sogar UP ohne Steckdose und der damit verbundenen Lüftung arbeiten. Zeigte ihm Fotos und Datenblätter der Hersteller. Letztlich wurde alles abgesegnet. Die Verbrauchswerte und eine Wärmeberechnung des Repeaters muss ich noch schriftlich nachreichen.Nun kam heute noch eine Videoüberwachung ins Spiel, da tut sich die SPD Fraktion aber sehr schwer mit. Wenn ich an diese optischen und technischen Vorgaben denke, will ich das am Ende auch nicht machen. Mal schauen. Fazit: Aufgaben erfüllt, Kunde zufrieden, ich zufrieden, es hat Spass gemacht
RE: Mein Projekt des Jahres 2025 - sicherheitstechnik-siegen - 06-01-2026 00:21 Was ich vergessen habe zu erwähnen, den Auftrag habe ich erhalten, da laut Auftraggeber trotz mehrmaliger Anfrage an mehrere Anbieter (konkret 6 anderen) kein Angebot außer meinem kam. Wie schon anfangs erwähnt, erfordert dieses Geschäft manchmal etwas Mut und Selbstvertrauen. PS: Ich stehe gerade unter der Schulterklopfmaschine und ja, ich bin übermütig und stolz, dass ich das hin bekommen habe, wenn gleich ich mir mehrmals in die Hose gemacht habe. Die Variante mit dem dem 1200AX sollte ich mir patentieren lassen, wenn es machbar wäre. RE: Mein Projekt des Jahres 2025 - sicherheitstechnik-siegen - 06-01-2026 09:53 Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, das Schlacke einem vulkanischen Gestein entstammt. Das nennt man ebenfalls Schlacke. Was im Siegerland als Dämmung verbaut wurde, ist der Teil. der beim Eisengießen entnommen wird. Wer sich interessiert, findet hier einen Wiki Beitrag. Der Anteil an Eisen beträgt bei heutigen Verfahren ca. 4-5% an der Gesamtmasse. Damals betrug der Anteil bis zu 20% und macht ein Durchkommen mit Funk, je nach Schüttung fast unmöglich. RE: Mein Projekt des Jahres 2025 - angos_ - 06-01-2026 11:22 Moin, super! So soll das sein. Alle glücklich und Dein Geld wirst Du ja dann auch bekommen. Da zeigt sich wer neben dem Fertigstandard noch Ideen hat :-) Weiterhin viel Erfolg und Spaß dabei RE: Mein Projekt des Jahres 2025 - sysalarm - 06-01-2026 21:29 Ein tolles Projekt: Jeder Tag mit einer anderen Herausforderung...immer lauter wichtige Elektrolaien vom Brandschutz und die Denkmalheinis um einen rum, ein Traum :-) Kleiner Tipp zum Fritz-Mesh: Mit den 1200AX (und auch Fritzboxen) hatte ich mehrfach und auch länger intermittierende Verbindungsprobleme, ohne Fehlermeldung oder Logeintrag. Die waren erst weg, als ich die WLAN Sicherheit bei allen Mesh-Teilnehmern manuell auf WI-FI 4 gesetzt hatte. Theoretisch machen ja Wi-Fi 5 oder 6 oder 7 einen Fallback auf 4 wenn nötig, aber das ist hier nie richtig zuverlässig gewesen. |