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HDCVI statt IP?
14-06-2019, 17:54
Beitrag: #1
HDCVI statt IP?
Hallo,

ich bin gerade auf der Suche nach einer Alarmanlage + Videoüberwachung für mein EFH. Da das Haus renoviert und auf KNX umgestellt wird, hatte ich bisher für die Kameras Netzwerkkabel & PoE vorgesehen.
Nun habe ich beim ersten Angebot neben einer Honeywell Alarmanlage ein Videoüberwachungssystem basierend auf einem 4-Kanal Tribrid-Rekorder 4KN und zwei Kameras mit der Bezeichnung "HD-CVI 8MP WDR IR Mikro" angeboten bekommen. Wenn ich das richtig sehe, entsprechen diese Komponenten dem 4-Kanal Luna HD Recorder und der Luna L-DF-2900 Kamera. Die Begründung für die Verwendung eines analogen Systems ist, dass die Übertragung damit schneller und "besser in der Leistung" geht als mit IP-basierten Systemen. Die 2 Kameras werden sicherlich nicht reichen, für die Anlage mit zwei Kameras werden um die 2500€ (inkl. MWSt.) verlangt.

Da ich von dem Thema keine Ahnung habe, ich aber nicht komplett den Anboetern ausgeliefert sein möchte, habe ich ein paar Fragen:
- Hier im Forum habe ich zum Thema Luna HD fast nichts gefunden, hat da jemand Erfahrung mit und kann es mit den "üblichen" Lösungen vergleichen?
- Stimmen die genannten Vorteile dieser Koax-basierten Lösung? Ist die Leistung (bei vergleichbarem Preis) wirklich besser?
- Was sind die Nachteile dieser Lösung? Welche Alternative würdet ihr empfehlen bzw. sollte ich mir mal anbieten lassen?

Das Haus ist von der Grundfläche quadratisch (12x12m) mit links und rechts jeweils einer Garage. Meine (Amateur-) Vortellung waren zum Garten hin an den beiden Hausecken jeweils eine Kamera mit 270° Abdeckung, an der Klingel eine Kamera, unter dem Dome eine 180° Kamera oder an den Garagen eine oder zwei 270° Kameras. Da sowieso neue Leitungen gelegt werden, ist es egal ob ich Koax, Netzwerk oder noch etwas anderes verlegen lasse.

Danke & Gruß,
Tolotos
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15-06-2019, 20:39
Beitrag: #2
RE: HDCVI statt IP?
Hallo,
Luna sind umgelablete Dahua-Komponenten.
HDCVI ist günstiger und schneller als IP, wobei schneller nebensächlich ist, ob das Bild eine Sekunde früher oder später da ist.
Wenn es nicht auf den Euro ankommt, würde ich Netzwerkkabel legen, da es zukunftssicherer ist.
Btw, 2500€ ist zu viel für einen Rekorder mit 2 Kameras.
Für ein rechteckiges Haus sollten es mindestens 4 Kameras sein. Natürlich kann man auch nur 2 360°-Kameras verwenden, die aber wesentlich teurer sind und nicht die Bildqualität bringen wie mehrere normale Kameras.
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16-06-2019, 09:17
Beitrag: #3
RE: HDCVI statt IP?
... unerheblich ist, ob das Bild ne Sekunde schneller da ist.
Genau diese Sekunde kanns aber ausmachen und es ist keinesfalls so, dass IP Technik das Allheilmittel der Videotechnik ist.
Tatsache ist, dass die digitalen Übertragungen via Koaxtechnologie oder auch 2 Draht nicht angreif- und manipulierbar sind.
Die Latenzen gerade bei billig IP Komponenten können ohne weiteres auch mal länger dauern, das kann bis zum Neustart ausufern.
Das spielt zugegebenermassen im Privatbereich eher eine untergeordnete Rolle. Wobei ich manchmal drüber nachdenken muss, warum die Leute ne Firewall und verschlüsseltes WLAN haben, dann aber eine IP Kam im Aussenbereich, die leicht erreichbar ist und du übers Kabel easy aufs Hausnetz kommst.
Sicher kommt dann das nächste Killerargument: Bei mir ist eh nichts zu holen.
Bei diesem Ansatz verabschiede ich mich dann meistens und überreiche nochmals meine Visitenkarte. Meldet euch, wenn ihr drüber nachgedacht habt.

Erfahrung ist eine nützliche Sache.
Leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie brauchte. (Goethe)
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16-06-2019, 13:37
Beitrag: #4
RE: HDCVI statt IP?
Wer seine IP-Cams nicht als eigenes Netzwerk verkabelt über einen separaten Switch an den NVR koppelt, jede Cam in ein eigenes VLan setzt, und diesen NVR an der Firewall eine eigene Schnittstelle zuteilt ist immer irgendwie leicht angreifbar. Zusätzlich bieten so manche Switche noch die Erkennung eines abgesteckten Lankabels und sperren dann den Anschluß für jeglichen Datenverkehr. So manche Errichter haben diese Komplexität schon geschnallt und weisen auch ihre Kunden darauf hin.
Was aber immer noch viel zu oft übersehen wird ist die galvanische Trennung von Netzwerkkabeln welche sich im Aussenbereich befinden. Denn wenn so ein aussenliegendes Netzwerkkabel einmal an einem mehreren 100KV Elektroschocker schnüffelt sind oftmalig mit einem Knall der Billigswitch und viele seiner Netzwerkgeräte auf Siliziumwolke 7Big Grin Somit auch noch die EMA einen Maulkorb abbekommen kann.
Nebenbei gesagt haben auch so manche Hersteller von Alarmanlagen längst die Problematik von eingespeister Überspannung und Kurzschlüssen durch Vandalismus bei verkabelten Bedienpanelen erkannt und liefern hierfür Module zur galvanischen Trennung des Datenbus, damit hier nicht die Anlage bei solchen Angriffen noch komplett versagt. Ein Horrorszenario für anwesende Bewohner die per Bedienpanel irgendwo im Haus den Überfallalarm aktivieren wollen. Cool

Fehlende galvanische Trennung bringt im Worst Case ein Rien ne va plus und kann für die Betroffenen auch lebensbedrohende Folgen haben indem auf einfache Weise ganze Systeme und die dazu aufgebaute Alarmierungskette komplett lahm gelegt werden können.

11.Gebot:
Du sollst die Alarmanlage nicht kombiniert mit einer Türverschlusseinrichtung deaktivieren.
—-
Fragen bitte immer ins Forum und nicht meinen Postkasten anfüllen. DANKE!
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28-07-2019, 15:15
Beitrag: #5
RE: HDCVI statt IP?
Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Hat ein wenig gedauert, da ich mich erst einmal um andere Gewerke kümmern musste. Ich habe entschieden, erst einmal Netzwerkkabel zu legen zu lassen und mich erst in das Thema Videoüberwachung weiter einzulesen.

Die heutigen IP-Kameras sind ja schon ziemlich flexibel und ersetzen, wenn ich das richtig sehe, zumindest auf dem Papier auch schon Bewegungsmelder. Funktioniert das in der Praxis?

Ich habe inzwischen auch gesehen, dass das eine 270° Überwachung (Hausecke) mit Kameras nicht so einfach ist wie mit einem Bewegungsmelder. Daher muss ich erst einmal herausfinden, wie viele Kameras ich eigentlich benötige.
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29-07-2019, 08:22
Beitrag: #6
RE: HDCVI statt IP?
Also ich bevorzuge die CVI Kameras im Privatbereich, da sie wesentlich günstiger sind als die Netzwerkvariante. Wenn eh Kabel gezogen wird, spricht meiner Meinung auch nichts dagegen, beides verlegen zu lassen. So ist man für die Zukunft bestens aufgestellt.

Ich bin im Außenbereich kein großer Freund der Fisheye-Kameras, würde dort eher Bullet oder auch 'normale' Domekameras einsetzen. Fahre ich besser mit, und kann etwas erkennen. Die Bewegungsmelder IN den Kameras haben mich bisher noch nie überzeugt. Jedoch haben verschiedenste Kameras Eingänge wo man externe Kontakte anklemmen kann.

Wer Anderen eine Grube gräbt ist erst einmal selbst im Loch.
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29-07-2019, 23:52
Beitrag: #7
RE: HDCVI statt IP?
Anbei eine Zeichnung meiner aktuellen Planung. Erfahrung habe ich damit aber keine, Verbesserungsvorschläge werden daher gerne entgegen genommen. Vielleicht eine kurze Zusammenfassung dessen, was ihr auf dem Bild erkennen solltet :-)

Richtung Strasse (unten)
- Neben der Eingangstür soll eine Freisprechanlage installiert werden. Aktuell plane ich dort eine Mobotix T26 mit 180° Kamera
- An den beiden Garagen je eine Kamera und ein (möglichst 270°) Bewegungsmelder
Richtung Garten (oben)
- Je eine Kamera und ein Bewegungsmelder an den Garagen, um den 3m-Streifen neben dem Haus abzudecken. Links ist eine Treppe in das UG, rechts ein relativ großer "Schacht" zu einem Dreiflügeligen Fenster. Sowohl die Treppe, als auch den Schacht würde ich natürlich gerne einsehen können
- An den beiden Hausecken jeweils einen 270° Bewegungsmelder und eine Kamera diagonal durch den Garten. Der eingezeichnete Bogenförmige Erker existiert nur im EG, im OG ist das ein Balkon. Wenn die beiden Kameras sich gegenseitig "sehen" sollen, müssten sie schon relativ hoch angebracht werden, so ca. Mitte OG.

Die Kameras und Bewegungsmelder sind, mehr oder weniger, an den Positionen eingezeichnet, an denen aktuell Bewegungsmelder und einfache S/W Ritto-Kameras installiert sind. Geht das besser? An den beiden Hausecken Richtung Garten befinden sich derzeit noch keine Kameras.


Angehängte Datei(en)
.pdf  2019-07-28 Planung Kameras.pdf (Größe: 109,87 KB / Downloads: 24)
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30-07-2019, 08:25
Beitrag: #8
RE: HDCVI statt IP?
Du solltest schwer darüber nachdenken, das System aus dem erweiterten Handbereich herauszubeikommen.
Jeder halbwegs orientierte Eigentumsübertrager kann dir dein System mit nem Lappen aushebeln.
Da erübrigt sich die Frage nach Ip oder HDCVI.
Da kannst auch Dummys hinhängen.

Erfahrung ist eine nützliche Sache.
Leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie brauchte. (Goethe)
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30-07-2019, 23:02
Beitrag: #9
RE: HDCVI statt IP?
(30-07-2019 08:25)funkistnichtalles schrieb:  Du solltest schwer darüber nachdenken, das System aus dem erweiterten Handbereich herauszubeikommen.
Jeder halbwegs orientierte Eigentumsübertrager kann dir dein System mit nem Lappen aushebeln.
Da erübrigt sich die Frage nach Ip oder HDCVI.
Da kannst auch Dummys hinhängen.
Du meinst, dass ich die Kameras höher installieren sollte? Am Haus ginge das, an den Garagen natürlich nicht. Welche Mindesthöhe ist empfehlenswert?
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01-08-2019, 08:15
Beitrag: #10
RE: HDCVI statt IP?
Eine empfohlene Mindesthöhe gibts nicht. Das variiert von Objekt zu Objekt.
Das Problem bei Video ist eigentlich immer, dass ein Kompromiss gefunden werden muss, zwischen:
1. Sabotageverhinderung sowohl mechanisch als auch elektrisch
2. Blickwinkeltechnisch, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
3. Optik am Objekt, damit das ganze nicht wie Fort Knox ausschauen soll

Erfahrung ist eine nützliche Sache.
Leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie brauchte. (Goethe)
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